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a change is as good as a holiday – part three

neuseeland! da schießen einem natürlich sofort die tollsten panorama- bilder in den kopf, man denkt an unrealistisch blaue seen, fjorde mit bewucherten bergen an den seiten, riesige bäume und saftige wiesen mit unzähligen schafen in hügeliger landschaft. letzteres haben wir tatsächlich gesehen.

wir begannen unseren geplanten 4 wöchigen trip mit wohnmobil und drei kindern in einer eher unspektakulär beschriebenen gegend, nämlich knapp südlich von christchurch. da wir hier unseren auf einer sharing-plattform gebuchten camper im empfang nahmen, wollten wir die ersten tage ruhig angehen, uns einrichten und langsam richtung süden tuckern. da wir unser neues zuhause nach einer evakuierung des flughafens wegen eines feueralarms viel später als erwartet bezogen, verbrachten wir die erste nacht auf einem picknickplatz direkt südlich von christchurch. wir waren ja entspannt, wir hatten ja keinen zeitplan. da ich von einer vorigen neuseelandreise wusste wie viel es in diesem teil der erde zu sehen gab war mir eh klar, dass wir nur einen bruchteil von all den naturwundern zu gesicht bekommen würden, es sollte ja um die zeit als familie gehen, um das gemeinsam erlebte abenteuer.

IMG-20160302-WA0006das abenteuer begann früher als erwartet, nämlich schon am nächsten tag als wir abends bei strömendem regen auf den parkplatz eines rugbyclubs rollten, in der leisen vermutung, dass etwas mit dem wohnmobil nicht stimmte. leider sollte uns das gefühl nicht täuschen, denn in den folgenden 6 tagen sollten wir lernen, dass sich falsch gewartete trommelbremsen nach 200km fahrt gerne mal in achsen fressen, die es in neuseeländischen ersatzteillagern nicht gibt. wir hingen fest, in waimate.

IMG-20160302-WA0005ich würde jetzt gerne eine passage aus dem reiseführer zitieren, um diesen ort zu beschreiben. leider taucht er im reiseführer nicht auf. nicht im detaillierten michael müller, nicht im WOMO- führer, nirgends. dafür steht am ortseingang ein gelb angestrichenes und mit einem wallaby bemaltes haus mitten auf einem feld, auf dem steht: WAIMATE- there is so much to do! auslegungssache würde ich sagen, vor allem bei anhaltendem dauerregen. auf dem blatt der touristeninfo stehen zahlreiche vorschläge, was man mit seiner zur verfügung stehenden zeit in waimate alles anfangen kann. angefangen von einer halben stunde bis zu einem halben tag. mehr zeit ist in waimate nicht vorgesehen. wir sind trotzdem 6 tage geblieben. wir sind ja auch richtige abenteurer, jedenfalls glauben unsere kinder das.

IMG-20160302-WA0003was wir alles erlebt haben: wir waren stammgäste in geschlossenen cafés, bekamen von wildfremden menschen autos geliehen und kuchen gebacken, lernten damen kennen, die sich um wallabybabies kümmerten, deren eltern als pest gelten und abgeknallt werden. wir wurden beobachter der „red hat society“, karrten unsere toilettenkassette im kinderwagen kilometerlang zur nächsten dump station. wir improvisierten uns von stunde zu stunde, was erstaunlicherweise gut funktionierte und unseren kindern tatsächlich spaß zu machen schien. tagelang haben sie praktisch gar nicht mitbekommen, dass dies nicht ganz unserer geplanten reise gerecht wurde.

IMG-20160302-WA0000leider war nach dieser ausgiebigen familienzeit auf ca. 8 quadratmetern klar: das wohnmobil kann auch mit ersatzteilen vom schrottplatz nicht repariert werden, wir müssen jede noch so kleine klappe wieder räumen. die reise wäre nur mit einem kombi fortzuführen, da alle camper saisonbedingt ausgebucht sind. „a change is as good as a holiday“ konnten wir uns in diesem falle aber einfach nicht mehr schönreden, hatten wir uns doch nach unserer 6 wöchigen australienreise mit kombi und zelt vor 3 Jahren mit nur 2 kindern geschworen, so etwas mit krabbelkind nicht noch einmal zu machen. wie kommen wir da bloß wieder raus? kurzentschlossen buchten wir nachts mit dem wlan- passwort der örtlichen bücherei unseren rückflug um, stornierten fährüberfahrten von süd- nach nordinsel und wieder zurück, buchten neue AirBnB- wohnungen, packten erneut stundenlang alles zusammen und eh wir uns versahen waren wir wieder mit sack und pack und zwei brandneuen all blacks (rugbyweltmeister)- trikots zurück in sydney. die kinder waren glücklich und sind seitdem nur noch in schwarz unterwegs. wir hatten drei wochen in der für uns schönsten stadt der welt geschenkt bekommen und wieder einmal war klar: a change is as good as a holiday!

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