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familienfotos- alptraum oder geht das auch in schön?

jonas und ich kennen uns schon lange, jahre lang haben wir bei demselben reiseveranstalter gearbeitet und dafür gesorgt, dass familien einen schönen urlaub haben. und ab und zu sind wir zusammen gereist, um uns die unterkünfte, die wir empfohlen haben, persönlich anzusehen.  und beide haben wir gerne fotografiert. während es bei mir ein schönes hobby geblieben ist, hat jonas sich ständig weitergebildet und hat mittlerweile sein hobby zur professionalität entwickelt. ob fotos von hotels mit dem anspruch die atmosphäre des ortes einzufangen bis zu hochzeiten, die er begleitet und so für die schönsten erinnerungen an den besonderen tag sorgt. neu entdeckt hat er nun, familien zu fotografieren und dabei zu versuchen, den ganz normalen familienalltag im bild festzuhalten. da er selbst vater eines sohnes ist, weiß er um die geduld, die es braucht, um ein schönes foto der ganzen familie zu bekommen und nimmt sich daher viel zeit, die familie zu begleiten – eine tolle idee mit schönen ergebnissen.

ich habe jonas mal ein paar fragen zu seiner profession und seinem konzept gestellt (mehr von ihm zu sehen gibt es auf seiner website):

jonas, wann hast du eigentlich deine begeisterung für das fotografieren entdeckt?

das muss um 2007 herum gewesen sein. durch einen unfall beim fußball konnte ich längere zeit keinen sport machen. in dieser zeit wollte ich mich scheinbar geistig beschäftigen und fing quasi von 0 auf 100 an, alles über fotografie aufzusaugen, mir im internet fotos anzusehen und meinen wissensdurst zu stillen. von meinem ersten weihnachtsgeld kaufte ich mir dann meine erste richtige kamera. ich erinnere mich noch gut daran, wie an weihnachten fast mein essen kalt wurde, weil ich so damit beschäftigt war, den festlich dekorierten tisch auf die speicherkarte zu bannen. von da an nahm ich die kamera ständig mit. vor allem auf reisen und festivitäten war ich von da an immer auf motivjagd. bestärkt hat mich die reaktion von freunden aus hamburg, für die ich meine erste hochzeit fotografierte. mein freund stephan rief mich einige tage später an und erzählte, dass seine frau gerade die bilder durchguckte und seit einer stunde vor glück weinte. das hat mir ein wahnsinniges glücksgefühl beschert und mich ermutigt, dran zu bleiben. ich meine, wenn man selbst freude an der arbeit hat und damit andere menschen zu tränen rühren kann, besser gehts doch kaum oder?

hast du eigentlich vorbilder, fotografen, die du magst oder bildbände, die du immer wieder gerne ansiehst?

wirkliche fotografen als vorbilder habe ich eigentlich nicht. es ist vielmehr so, dass ich im internet immer wieder fotos und stilrichtungen entdecke, die mich begeistern und neues ausprobieren lassen. praktischerweise habe ich einen langjährigen fotografen zum stiefvater. heiko hilft mir bei allen fragen weiter. besonders gut ist er darin, mir kleine aufgaben und denkanstöße mitzugeben, die mich noch mehr am inhalt meiner bilder arbeiten lassen. zu beginn empfand ich seine kritiken immer eher als bremse, mittlerweile weiß ich, dass er damit eigentlich nur potenziale wecken und mich weiterbringen möchte.

wie eroberst du dir einen ort mit der kamera, also wie gehst du vor, um die besondere atmosphäre zum beispiel eines hotels einzufangen?

zunächst einmal brauche ich ein wenig zeit. zeit, anzukommen, das besondere am ort zu spüren. dabei hilft es auch, mit leuten zu sprechen und so vielleicht auch ein wenig geschichte zu erfahren. ich halte sehr gerne kleine details fest. plätze und orte, die gemütlichkeit versprühen oder für mich typisch und prägend für diesen ort sind. hilfreich ist es natürlich, wenn z.b. hotels einen erkennbaren stil haben, der immer wieder auftaucht. für besonders atmosphärische bilder ist es immer toll, wenn auch menschen zu sehen sind. diese müssen gar nicht immer das hauptmotiv auf dem bild sein, aber sie geben einem hotelzimmer, dem kräutergarten oder dem kaminzimmer eine lebendigkeit. dadurch kann sich der betrachter vorstellen, wie sich urlaub in diesem hotel anfühlt.

gibt es tricks, damit die leute vor der kamera nicht so nervös sind – ich finde das immer schrecklich fotografiert zu werden – und oft wirkt das ja so gestellt. wenn ich deine fotos sehe, wirkt das auf mich immer so locker, wie gelingt dir das?

bei brautpaarshootings und auch bei familienfotos achte ich darauf, dass die personen abgelenkt sind. solange sie mit einer aufgabe oder den anderen leuten um sie herum zu tun haben, nehmen sie mich nicht aktiv wahr und verhalten sich eher natürlich und ungestellt.

was bringt dir am meisten spaß beim fotografieren?

eigentlich sind es die begegnungen mit anderen menschen und die emotionen, die meine fotos auslösen. fotografieren ist spannend, es fordert mich immer wieder geistig, es bringt mich an tolle orte und mit spannenden menschen zusammen. und am ende bereite ich mit meiner arbeit anderen menschen freude. das ist doch großartig!

vor kurzem hast du begonnen auch familien zu fotografieren. wie ist deine herangehensweise, wenn man mit dir ein shooting vereinbart?

wichtig ist mir, dass ich im vorfeld genug zeit mit der familie habe. ich beginne meist schon bei der ersten kontaktaufnahme herauszufinden, in welcher situation  und in welcher umgebung sich die familie wohl fühlt, wo sie sich frei und ungezwungen bewegt. wenn es mir gelingt, die familie in eine rolle zu bringen, in der sich alle wohl fühlen und spaß haben, nehmen sie mich nicht als störend wahr. ich muss dann eigentlich nur noch begleiten und den auslöser drücken. eine alltägliche situation wie das gemeinsame kochen z.b. hilft da ungemein. alle haben etwas zu tun und haben spaß dabei. und ich muss keine kommandos geben, niemanden animieren, doch mal zu lachen. das kommt von alleine, wenn man spaß hat. ähnlich ist es auch bei meinen hochzeitspaaren. auch hier spüre ich vorab immer skepsis und die angst, dass die fotos am ende gestellt wirken. und so habe ich dann für das angelnde brautpaar ein boot organisiert, eine feuerschale und campingmöbel für ein authentisches „outdoor-shooting“ oder kurzerhand einen parkplatz zum festival-gelände umfunktioniert. das ergebnis waren total entspannte brautpaare vor der kamera, viel spaß bei allen beteiligten und bilder, wie sie besser nicht hätten passen können. als fotograf ist man also nebenbei auch noch ideengeber, improvisationstalent, entertainer und organisator.

jetzt kannst du uns mal deine drei absoluten lieblingsfotos zeigen und uns sagen, warum genau das deine lieblingsfotos sind.

das bild ist so ein wenig ein abbild dessen, was ich als vater eines ca. 1,5 jährigen gerade so erlebe. kinder heranwachsen sehen. sie sind einerseits klein und brauchen die schützende umrandung der eltern. aber sie sehen alles eben auch aus ihrer ganz eigenen, völlig anderen wahrnehmung. beim fotografieren von kindern begibt man sich auf die höhe der kleinen und taucht für einen kurzen moment in deren welt ein.

 

das bild spiegelt ein wenig meinen traum vom leben wieder. die gemütliche ruhe skandinaviens, einfaches wohnen in der natur, wasser direkt vor der tür. fühlt sich an wie urlaub im kopf, wenn ich das bild betrachte.

hochzeitsfotos sind für mich pure emotionen, die freude in den augen der menschen ist ein wahnsinniger energielieferant. es macht unheimlich spaß, solchen momenten beiwohnen zu dürfen und diese für das brautpaar und die gäste zu konservieren. in diesen momenten fühlt sich das fotografieren nicht wie arbeit an. es ist vielmehr ein privileg, dass man mit in die freude eintauchen kann.

jonas: vielen dank an dich! und weiterhin viel spaß und erfolg beim fotografieren, ob von brautpaaren oder familien!

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